Markus Hahnel

Okt 242017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Bodenhaftung
Wie findet man Slow Food Anhänger? Man hält nach 40 Menschen Ausschau, die um ein Loch stehen und Regenwürmer anschauen. Natürlich diskutieren sie danach interessiert und essen auch, was in der Kette Käse, Milch, Rind, Gras, Weide, Boden, Bodenleben entstanden ist. So geschehen am 15. Oktober im Themenkreis 95 Thesen – Schwerpunkt Boden am Biolandhof Braun bei Freising; sommerliches Herbstwetter, klare Aussagen, umsetzbare Handlungsempfehlungen.

Für solche gibt es bald auch in München einen Ernährungsrat, nach Berlin und Köln gründen sich gerade Hamburg, Frankfurt, Dresden, Innsbruck, Wien und München. Begonnen hat es mal in den USA, Kanada und Großbritannien. Denn Lebensmittel sind nicht einfach nur da, sie müssen irgendwie in die Städte kommen. Und was und wie es geschieht ist ganz klar Ur-Slow-Food-Thematik. Denn die heutigen hochkomplexen agrarindustriellen Produktions-, Logistik- und Handelssysteme schaffen gerade einmal drei Tage Versorgungs-sicherheit. Viel zu tun für Stadt & Land zum gut und gerne leben!

Termine:
Do, 2.11. um 20 Uhr: Radio LoRa92.4, Radio Slow Food München; Thema: Lebensmittel – Verpackung, Transport, Lagerung,

Fr, 10.11. um 19 Uhr: Filmvorführung und Diskussion: Das Wunder von Mals mit Regisseur und Autor Alexander Schiebel, Monopol Kino,

Do, 23.11. 17:30 und 19 Uhr: Broeding & Käse & Kino: Käseverkostung Rims, Tella und Arunda, Filmvorführung System Milch im Neuen Maxim (Landshuter Allee) und anschließendes Filmgespräch; Kombikarten im Broeding und an der Kinokasse,

So, 26.11. um 17 Uhr: Mitgliederversammlung 2017 des Conviviums München im Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5; mit Berichten aus den verschiedenen Arbeitsgruppen und unseren Archepassagier Ismaninger Kraut auf den Tellern; Anmeldung nicht erforderlich, aber zur besseren Planung sehr erwünscht.

Sa, 9. Dezember: Terra Madre Tag: Tagesausflug zur Simsseer Weidefleisch-Genossenschaft und zur Drax-Mühle. Wir fahren mit dem Bus nach Stephanskirchen, bekommen das Konzept der Genossenschaft vorgestellt, besichtigen die Metzgerei und die Weideschweine, genießen einen Mittagimbiss. Danach geht es weiter nach Rechtmehring (Haag i. Obb.) zur Drax-Mühle mit Mühlenführung (optional Gelegenheit zum Einkauf im Mühlenladen: Mehle, Getreide, Naturkost, Backzubehör, Bücher. Ggf. ideal für Weihnachtsgeschenke). Abfahrt um 9:30 Uhr ab M-Ostbahnhof/Friedenstr.); Kosten: für die Busfahrt 15,- Euro p.P.; Führungen je 10,- Euro p.P., (Essen & Getränke gehen extra).

Wichtiger Hinweis: die Anmeldung ist erst verbindlich mit Überweisung von 15,- Euro auf das Konto: Markus Hahnel, Slow Food München, Stadtsparkasse München (BIC: SSKMDEMMXXX) IBAN: DE52 7015 0000 1004 7670 40. (Info; Anmeldung). Anmeldeschluss: 24.11.2017).

Medien- und Lesetipps:
Zweimal voller Backwahn – ein neues Buch bekannter Protagonisten und eine neue App:
Monika Drax & Lutz Geißler, Brotbackbuch Nr. 3 – Backen mit Vollkorn und alten Getreidesorten (Rezepte, Backtechniken, Grundlagen, Getreidebiographien), Ulmer Verlag 2017. Übrigens auch im Mühlenladen am 9.12. erhältlich!

Brotheld  –  die App zum Brotbacken im Apfelapplikationsladen und bei G-Spiel, Infos. Nein, die App backt nicht selbst, aber hilft Rezepte einfach zu planen und erinnert bei mehrstufigen, langsamen Teigführungen an die nächsten Arbeitsschritte.

BEEF! – Extra 2-2017: Schwein, wir sehen über die nicht genderkorrekte Aufmachung hinweg und schätzen den Inhalt: Produzenten, Metzger, Zerlegung, Rezepte nose-to-tail.

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 8. November um 19 Uhr im Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5 (wegen des Feiertags erst am zweiten Monatsmittwoch).

Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 Veröffentlicht von am 24.10.2017
Okt 032017
 

»Slow Food ist eine Erfolgsgeschichte«

Eberhard Spangenberg, Foto: Stephan Rumpf

 Der Gastronom Eberhard Spangenberg hob vor 25 Jahren mit ein paar Mitstreitern Slow Food in Deutschland aus der Taufe. In der Rückschau würdigt er das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder und auch den politischen Blick auf Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft, wünscht sich aber »manchmal etwas mehr Lockerheit und weniger verwalteten Genuss«. Mit ihm sprach Johannes Bucej.

Slow Food München: Herr Spangenberg, am 26. September 1992 haben Sie gemeinsam mit 150 weiteren Mitstreitern und in Anwesenheit von Carlo Petrini Slow Food Deutschland gegründet. Wir Münchner haben das Datum auch immer als Gründungsdatum von Slow Food München begriffen. – Sind Sie stolz darauf, wie sich Slow Food – und natürlich auch Slow Food München – in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat?

Eberhard Spangenberg: Ich denke, »stolz« ist nicht das richtige Wort – das kann man auf eine eigene Leistung sein. Außerdem konnten wir in der Gründungszeit gar nicht ahnen, was dann darauf wachsen würde. Nein, stolz bin ich nicht, aber ich finde es durchaus beeindruckend, was aus den Anfängen geworden ist. Und daran waren ja viele andere beteiligt, sowohl bei der Gründung selbst als auch später. Leider gibt es kein Foto von unserem Gründungstreffen in Königstein. Carlo Petrini hat zwar damals dem Kellner, der das Foto gemacht hat, ein ordentliches Trinkgeld in die Hand gedrückt, aber es kam nie etwas an. Übrigens, die Vorarbeiten zur Gründung liefen schon ein Jahr vorher an – als ich als Verleger Carlo in Trento getroffen habe und von den Italienern die Rechte für die deutsche Ausgabe von »Osterie d’Italia« erworben habe. Eine Bedingung von Carlo war: »Du gründest mir Slow Food Deutschland!«

Sie waren am Anfang ja recht aktiv dabei, als Vorstand, in Ihren Geschäftsräumen war die erste »Geschäftsstelle« von Slow Food angesiedelt.
Ja, es waren etwas stürmische, teils chaotische Anfänge, wie das so ist, wenn man etwas von Null an und mit null Geld aufbauen will. Da waren die anfänglichen »weichen Strukturen« schon das einzig Richtige, und ohne den Background von meinem Weinhandel und Verlag wäre wahrscheinlich gar nichts gegangen, auch was die Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation betrifft. Man kann bei einer neuen Idee kein enges Korsett gebrauchen, wenn man etwas erreichen will. Es hat sich dann allerdings schnell gezeigt, dass es auch unterschiedliche, nur schwer vereinbare Interessen gab, insbesondere zwischen »Profis« und »Amateuren«.

Na ja, Genuss zu professionalisieren …
Ja, es gab da bei Slow Food Deutschland von Anbeginn an ein gewisses Spannungsverhältnis – aber das Schöne an der Slow-Food-Idee aus Italien war von Anfang an, dass alle an einem Tisch sitzen. Man kann doch nur froh darüber sein, dass es Menschen gibt, deren Berufung es ist, die »guten Dinge des Lebens» aufzuspüren und sie auch kritisch auswählen und beschaffen oder erzeugen können? Aber es gibt dann doch in der Realität des Alltags immer wieder mal Spannungspunkte zwischen Profis und Amateuren. Profis haben meist viel weniger Zeit, sind realitätsnäher und aus Erfahrung eher zu Kompromissen bereit als Amateure, die, einmal in Amt und Ehren, manchmal etwas zu dogmatisch an die Sachen rangehen.

Wenn Sie sich an die Anfänge erinnern und das mit Slow Food heute vergleichen, was fällt Ihnen da auf oder ein?
Nun, zunächst einmal ist es die politische Ausrichtung der Slow-Food-Anliegen, die sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Wir waren ja ursprünglich angetreten, um freudvoll einen anderen Akzent in der Genusskultur zu setzen, regional, ja, mit guten, handwerklichen, authentischen Lebensmitteln. Genuss, galt damals immer noch als Privileg von Eliten und Reichen und war auf die Sterneküche und entsprechende Publikationen beschränkt.Diese Entwicklung eines politischen Ansatzes finde ich gut – ja, es muss Menschen geben, die sich für gute, saubere und faire Lebensmittel engagieren, aber bitte anders als zum Beispiel Foodwatch das tut. Diese Skandalisierung hilft niemandem, weder den Konsumenten noch den Erzeugern. Und Überregulierungen, die scheinbar dem Verbraucherschutz dienen, tun dem Genießen auch nicht gut.

Das klingt ein wenig distanziert.
Als es in Richtung »Verein« ging – mit all den üblichen Regularien – war mir klar, dass der Zauber des Anfangs nicht zu bewahren ist, und solche engen Regeln sind einfach nicht mein Ding. Wenn man wachsen will, braucht es natürlich Strukturen. Trotzdem wünsche ich mir manchmal etwas mehr Lockerheit, und etwas weniger »verwalteten Genuss«, auch etwas mehr Spielraum und Gelassenheit, wenn es um die Anwendung von Regeln geht. Regeln sind gut, sind wichtig, auch für die eigene Glaubwürdigkeit, aber auch ihre Anwendung braucht ein »Augenmaß«.

Der Genussführer, zu dem der Anstoß ja aus München kam, ist, anders als zum Beispiel der Osterie-Führer, ein Werk von Amateuren im besten Wortsinne: von Liebhabern guter regionaler Küche … und vor allem, sie machen es ja nicht aus beruflichem Interesse oder um sich damit zu profilieren, sondern sogar auf eigene Kosten.
Das sind große Verdienste –, da ist wirklich etwas Tolles entstanden aus ehrenamtlicher Arbeit, und der Führer ist ja auch kontinuierlich besser geworden. Übrigens, auch »Osterie d’Italia« wird auch von engagierten Mitgliedern aus Convivien vor Ort gemacht. Die Italiener sind in ihrer Auswahl und in ihren Texten vielleicht etwas weniger streng. Und weil wir gerade beim Genussführer sind: Das Thema Wein kommt mir da immer noch zu kurz, auch und gerade bei den Restaurantbesprechungen. Für mich ist der Wein nach wie vor der »König der Lebensmittel« – nicht bloß ein alkoholisches Getränk.

Es gibt ja auch noch andere Beispiele ehrenamtlichen Engagements, zum Beispiel Junior Slow oder die »Studenten-Spielküche«, der Förderverein für das Murnau-Werdenfelser Rind oder die »Genussgemeinschaft Städter und Bauern«…
Das sind alles ganz gute Beispiele, was man im Ehrenamt tatsächlich erreichen kann. Großartig! Ich finde es wichtig, schon früh darauf hinzuwirken, dass Menschen das Gute kennenlernen und erkennen lernen. Und das alles ist ja durchaus auch eine Erfolgsgeschichte. Ja, auch das ist etwas, worauf Slow Food München – jetzt sage ich es doch einmal – wirklich stolz sein kann.

Slow Food ist in »Convivien« gegliedert. Jetzt wird bei Slow Food Deutschland erwogen, den Begriff »Convivium« nicht mehr zu verwenden.
Aber warum denn? Den Grundgedanken der Convivien finde ich nach wie vor sehr gut und es hat ja auch etwas Sinnliches: Tafelrunden, Tafelfreuden, Gemeinschaft, Gastfreundschaft … das alles kommt ja in dem Wort zusammen. Das ist doch ein Alleinstellungsmerkmal von Slow Food. Dass Convivien eher heute »Untervereine« von Slow Food Deutschland sind, lässt den ursprünglichen Gedanken allerdings meines Erachtens etwas zurücktreten. Vielleicht sollten auch kleinere Einheiten möglich sein, wo es wieder persönlicher zugeht.

Slow Food wird oft vorgeworfen, elitär zu sein.
Was heißt denn elitär? Slow Food scheint mir gerade das Gegenteil zu sein. Lebensmittel, so wie Slow Food sie haben will, müssen teurer sein als die übliche Massenware; da fehlt es immer noch an Verständnis und Wertschätzung. Ich finde, Slow Food sollte sich in der Öffentlichkeit viel mehr dafür einsetzen, dass gute Lebensmittel auch etwas kosten müssen und dass es sich lohnt, dafür Geld auszugeben. Warum darf ein Schweinebraten im Gasthaus nicht 20 Euro kosten, wenn er dafür von einem Tier stammt, das gut gelebt hat und wenn der Koch sein Handwerk besser versteht als andere, die zum Beispiel auf Convenience-Produkte zurückgreifen? Oder – weil es mich nun mal besonders betrifft: Warum wird man schräg angesehen, wenn man sich mal eine besondere Flasche Wein leistet? Wir sollten doch froh sein, dass es solche Dinge gibt. Sie machen das Leben einfach schöner.

 Inzwischen sieht man Sie nur noch selten bei Slow Food.
Als Geschäftsmann habe ich nun mal wenig Zeit, mich auch noch ehrenamtlich zu engagieren. Aber ich bin mit GARIBALDI ja nach wie vor als Fördermitglied dabei und die Treffen mit den Kolleginnen und Kollegen genieße ich jeweils sehr. – Und demnächst haben wir ja auch mal wieder einen gemeinsamen Abend mit Slow Food München geplant.

Darauf freuen wir uns dann schon. Vielen Dank für das Gespräch.

 Veröffentlicht von am 03.10.2017
Okt 032017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Statt s’Kraut ausschütten, das Kraut kommt
Weder Bundestagswahlergebnisse, noch kommendes Jamaica oder die Chance auf einen vielleicht ökologischer denkenden Bundeslandwirtschaftsminister. Nein, uns geht es hier um die Arche des Geschmacks. Denn nur, wenn wir essen, was wir retten wollen, haben Archeprodukte wie das Ismaninger Kraut eine Chance. Daher hier ein Bestellaufruf zum Krautkonsum. Besser als jedes Crowd-Funding.

Lesenswert
Johannes Bucej im Gespräch mit Eberhard Spangenberg – da war doch was am 26. September 1992? Eine Wurzel-Tour. Das Interview. Denn was wäre der Reigen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum von Slow Food Deutschland ohne den Gründer. Mehr zum Jubiläum und zum Hintergrund auch im sehr hörenswerten Podcast von BR2 bei den Medientipps.

China kommt
Da unsere Münchner Teilnehmer beim internationalen Slow Food Kongress noch in Chengdu oder auf dem Rückflug weilen, kommt ein Bericht dazu erst im nächsten Monatsbrief. Wir sind gespannt auf das Ausmaß der versprochenen Harmonie.

Hier kommt die pure Fischkompetenz
So, 22. Oktober, 10 bis 17 Uhr: Kochkurs an der MVHS mit Stefan Becker: heimische Fische fachgerecht verarbeiten und genießen; unter Kursnummer F389000 zu buchen (VHS Hasenbergl; Kursgebühr: 31,- Euro, Materialgeld: 29,- Euro). Nach dem Kurs schmecken auch die garantiert und sind garantiert ohne Gräten! Stefan bereitet Fische der Bio-Fischzucht Welden zu.

Terminvorschau – save-the-date!
So, 26. November um 17 Uhr: Mitgliederversammlung 2017 des Conviviums München im Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5;

Sa, 9. Dezember: Terra Madre Tag: Tagesausflug zur Simsseer Weidefleisch-Genossenschaft und zur Drax-Mühle. Anmeldung ab Ende Oktober.

Medien- und Lesetipps:
BR2: 25 Jahre Slow Food in Deutschlandauf den Spuren der bewussten Genießer; Podcast  -von Hannelore Fisgus,

Dokumentarfilm System Milch läuft z.B. noch im Maxim Kino (Landshuter Allee 33),

Beim Brot geht’s um das Ganze! DIE FREIEN BÄCKER: Video auf YouTube,

Global Meat Complex: Chinas Schweinefleisch-Wunder (englisch).

Und wenn jemand Gründe für die nächsten 25 Jahre Slow Food braucht, seien hier nur zwei genannt:
GroKo-Neues aus München Dreifache Rolle rückwärts für bio! Denn Ökopunkte vergibt die Stadt jetzt auch für Hendl aus bayerischer Massentierhaltung, sowie
Neues vom Obazdn – so a Kas. Damit es nicht im vergangenen Sommerloch untergeht. Jeder Wirt der in seinem Etablissement besagten beliebten käsehaltigen Brotaufstrich oder auch gerne pur genossene Brotzeitmasse anbietet, muss sich zukünftig einer kostenpflichtigen Kontrolle unterziehen. Das kostet so 200 bis 300 Euro im Jahr und prüft, ob mindestens 40 Prozent Brie oder Camembert enthalten sind. Der Rest ist Wurscht, äh, wie bei allen geografisch geschützten Produkten. Also z.B. den Nürnberger Bratwürsten, die auch sehr gerne mit Industrieschwein aus den Niederlanden oder Dänemark hergestellt werden dürfen. Oder wie beim berühmten Schwarzwälder Schinken. Der Produktqualität hilft es nicht. Aber kleine und handwerklich arbeitende Produzenten kann man so trefflich schikanieren und mit Bürokratie belegen. Also nicht wundern, wenn in Zukunft Bräubazi draufsteht, aber Obazda drin ist!

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 4. Oktober um 19 Uhr im Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.

 Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 Veröffentlicht von am 03.10.2017
Sep 012017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

 Wenn wir alle nichts tun, passiert dann auch nichts?
So steht es groß am Resi, das heute so ist, wie die Kammerspiele einmal waren. Selbsterklärend und dazu passend konstatiert Alexander Schiebel in seinem neuen Buch und Filmprojekt „Das Wunder von Mals“ über ein Dorf im Oberen Vinschgau (Val Venosta): „Widerstand ist etwas, das man lernen kann, wie Skifahren!“ Die Gemeinde will sich nämlich dem täglichen Pestizideinsatz in Intensivobstanbaugebieten nicht mehr unterwerfen. Das Buch „Das Wunder von Mals“ erscheint am 4. September bei oekom. Mit Mals ist unsere Genussgemeinschaft Städter & Bauern seit mehreren Jahren eng verbunden.

Wir haben die Wahl – am 24. September ist Bundestagswahl!
Wählen gehen können ist eine große und nicht selbstverständliche demokratische Errungenschaft; gleichzeitig erste Bürgerpflicht. Nun ist es paradox, dass wir zwar rund dreimal täglich wählen, was wir essen und trinken. Wir entscheiden uns ganz im Sinne der Slow Food Bewegung für eine bestimmte Art von Ernährung, Genuss, Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, -handel und Gastronomie. Nur spielt das im politischen Diskurs praktisch keine Rolle. So heißt es dennoch: wählen gehen! Wer nicht da ist, beantragt Briefwahl und wer absolut keine Partei findet, der wählt einfach ungültig. Man kann den Wahlzettel ja kreativ umgestalten. Beispielsweise zum Tagesmenü.

So, 10. September: Ökoerlebnistag: Wanderung zur Bucher-Alm, die Genussgemeinschaft Städter & Bauern in Kooperation mit der Ökomodellregion Miesbacher Oberland.

Di, 12. September um 19 Uhr:  Vortrag Boden: Sebastiaan Huisman: Was tun wir unseren Böden an?! Von Umwelt zu Mitwelt. Moderation:  Georg Schweisfurth; in Kooperation mit Die Umwelt-Akademie; Wo: IBZ, Amalienstr. 38 (U: Universität).

So, 17. September ab 14 Uhr: Herrmannsdorfer Erlebnis. Bewährtes in neuem Format in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten.

Mi, 20. September um 20:30h: Podiumsdiskussion im Anschluss an die Film-Preview von System Milch. Kino am Sendlinger Tor. Mit Filmemacher Andreas Pichler, EU-Abgeordneten Martin Häusling, Bergbauer Alexander Agethle und Markus Hahnel; Trailer-Vorschau.

Nur verschoben nicht aufgehoben. Unser Fr, 15. September 2017  Termin Slow Food München zu Gast bei Eberhard Spangenberg & Garibaldi passt nicht zwischen die Cheese in Bra und Wiesn. Neuer Termin folgt!

29. September bis 1. Oktober 2017: Internationaler Slow Food Kongress 2017 in Chengdu, China. Zwischen Smog, Zensur, Harmonie, Zukunftsmodellen und Chinas Schlüsselrolle bei der Welternährung.

Terminvorschau:
Di, 3. Oktober,  12:05 Uhr im BR2 Radio:  Slow Food  – dem langsamen Genuss auf der Spur. Ein Beitrag von Hannelore Fisgus zu 25 Jahre Slow Food in Deutschland.

So, 22. Oktober, 10 bis 17 Uhr: Kochkurs an der MVHS mit Stefan Becker: heimische Fische fachgerecht verarbeiten und genießen.  Nur unter der Kursnummer F389000 auffindbar und zu buchen (VHS Hasenbergl; Kursgebühr: 31,- Euro, Materialgeld: 29,- Euro).

Sa, 9. Dezember: Terra Madre Tag: Drax-Mühle.

 

Agrarsubvention 2 bis n – die Unsinnsrubrik:
Der Fleischfabriken-Dagobert Tönnies und sein Lagerhaltungsschatz. Im Nachtrag zu Brille Fielmann vom letzten Monatsbrief. Auch Tönnies bekommt über eine Million Euro Agrarsubventionen, wo sie absolut nicht hingehören. Nennt sich Beihilfen zur privaten Lagerhaltung (Link aufrufen, Namen eingeben, Abfrage starten, wundern). Wir arbeiten dran, das zu ändern.

Medien- und Lesetipps:

Radio Slow Food München; Thema: Wasser als Podcast,

Dokumentarfilm System Milch – ab 21. September im Kino.

Foodhunter: „So isst die Stadt München“. Neues Buch. Wir brauchen viele der Protagonisten zwar nicht mehr jagen, weil wir sie gut kennen. Aber schön, dass sie drin sind, neben dem üblichen und unvermeidlichen München-Kolorit. Sie wissen schon: den Ingwer nicht vergessen!

ABC der regionalen Spezialitäten: z.B. Böfflamott– wieder ein Mythos weniger,

Auto-Erotik oder lügen ohne rot zu werden: Menschen setzen eben ihre Prioritäten und jedes Land hat seinen ganz besonderen Fetisch. Hier kommt das neue Lieblingsauto von Journalisten und grünen Ministerpräsidenten. Zwei Tonnen Steinzeit-Technologie mit Mehrwert. Denn beim angegebenen angeblichen Spritverbrauch werden sogar die Lachmuskeln strapaziert. Wir streicheln anders!

Fleisch: Liaba hoib so vui, aber dreimoi so guad!
Das Motto der Simsseer Weidefleisch Genossenschaft. Hinfahren, anschauen, sich selbst überzeugen, Genosse werden, ggf. Darlehen geben. Dann die Rückzahlung mit wenig aber gutem Fleisch abessen. Eine echte S-Klasse. Details.

 

Und zum Schluss – ach ja – die Wiesn steht vor der Tür. Leider kommt einem fast das Sodbrennen angesichts ständiger Begriffskaperungen. Warum kann Industriebier nicht so belassen bleiben, wie es ist: aus Slow Food-Sicht nicht gut, nur ein gutes Geschäft und im Geschmack ohnehin Nebensache. Nein, es muss emotional aufgeladen und begrifflich missbraucht werden, dass sich die Balken nur so biegen. Dafür gibt es sogar eine feste Zeitungsrubrik (2017, 2016, 2015). Jeder weiß es längst: es ist weder Craft noch slow, es braut der Computer. Der braut nur dann slow, wenn Microsoft drin werkelt oder er die richtigen Zutaten verwenden darf. Ist auch kein echter Aromahopfen drin, dafür jedoch Hopfenextrakt. Der dunkle Honig kann nichts dafür, das Zedernholz ahnt man nur unter Substanzmitteleinfluss. Zum Glück schmeckt uns die zitierte bayrische Lebensfreude so vielfältig anders und besser: mit Bier von Ametsbichler*, Augustiner, Ayinger*, Giesinger, Haderner, Lammsbräu*, Riedenburger*, Tölzer Mühlfeldbräu* und und und –  oder gleich aus Oberfranken (* alles Slow Food Unterstützer).

 

Wir senden diese Infos nun auch an alle unsere Unterstützer und bringen Interessantes aus deren Reihen in lockerer Reihenfolge.

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 6. September um 19 Uhr im Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.

Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 Veröffentlicht von am 01.09.2017
Jul 312017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

dieser Newsletter wird eher kurz und sommerurlaubig. Freudig blicken wir zurück auf zwei wunderbare Sommerfesterlebnisse. Am 22. Juli auf der Führmann-Alm und am vergangenen Samstag bei der Goldmarie. Feiern können wir! Tiefgang haben wir auch und selbst das Wettermachen funktionierte in diesem Jahr. Schön, das ihr dabei wart.

Terminvorschau oder Save-the-Date
Fr, 15. September 2017 abends: Slow Food München zu Gast bei Eberhard Spangenberg & Garibaldi in der Frohschammerstraße, Details folgen! Zur Einstimmung.
Sa, 14. Oktober um 16 Uhr: Knödelseminar in Fischbachau; fünfte Wiederauflage des legendären Kochkurses, nur noch Restplätze; Kosten 39,50 Euro für Kurs, gemeinsames Essen und Rezeptheft; Anmeldung.
Sa, 9. Dezember: Terra Madre Tag 2017 in der Drax-Mühle.

Brille – Fielmann = 639.000 Euro Agrarsubvention
Keine neue Neiddebatte, nein, nur ein Beispiel von vielen zu Sinn und Unsinn der derzeitigen EU-Agrar(subventions)politik. Ein Mann mit 3,8 Mrd. Euro Vermögen, damit gehört er zu den 300 reichsten Menschen der Welt, erhält als „Ökobauer“ allein 2016 über 630 Tsd. Euro Agrarsubventionen. Übrigens, die EU-Kommission befragte Bürger & Bauern in den letzten Monaten nicht zum Thema Brillen, sondern zur Zukunft von GAP (gemeinsame Agrarpolitik), hier sind auf 320 Seiten die Antworten, durchblättern reicht.

10,7% auf Genuss im Erdbeerfeld
Da soll noch mal jemand über den St.-Nimmerleinstag-Eröffnungstermin des BER-Flughafens lästern oder Diesel, die nur dank organisierter Kriminalität und Rollenprüfständen mit Thermofenstern ihre Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Wichtige Dinge werden in Deutschland immer und vorab geregelt! Einige waren diese Saison vielleicht auf einem Erdbeerfeld zum Selberpflücken. Ist jemandem da auf dem Wiegezettel der Mehrwertsteuersatz von 10,7% aufgefallen? Nun, Lebensmittel werden bekanntlich mit 7% besteuert, Gastronomie mit 19%. Landwirte können aber pauschalieren und ohne USt.-Erklärung auskommen, sofern sie 10,7% ansetzen. Gemischter Satz – nicht nur beim Wein! Gibt’s übrigens auch bei den berühmten koffeinhaltigen Heissgetränken: Latte macchiato to go 7% (sofern mit über 75% „Milch“-Anteil), den Cappu zum Sitzen für 19%.

Medien- und Lesetipps:
Radio Slow Food München; Thema: Wasser am Do, 3. August um 20 Uhr auf LoRa92.4,
YouTube: Kösslers Klartext: Der Wein und sein Preis,
Simsseer Weidefleisch, Unser Land – BR,
Papier oder eBook: Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen – ein kulinarischer Krimi; KiWi, 2017.

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 2. August um 19 Uhr im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.
Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 

Termine:
Mi, 2.8. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus,
Do, 3.8. – 20h: Radio Slow Food München: Wasser,
Sa, 5.8. – 14h: MuWe, Moos & Grillen.

 Veröffentlicht von am 31.07.2017
Jun 302017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Handwerk hat Zukunft! Rund 70 Besucherinnen und Besucher erlebten acht Protagonisten aus Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk und Handel am 27. Juni an unserem gemeinsamen Aktionsabend von Slow Food München, der Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V. und der GLS-Bank; souverän moderiert von Katharina Reuter vom Bundesverband UnternehmensGrün. Rundherum exzellentes Feedback für ein gelungenes Programm. Wir verstehen diesen Abend als Auftakt für viele kommende Veranstaltungen um gutem Lebensmittelhandwerk eine Lobby zu geben, Rahmenbedingungen jenseits von Sonntagsreden wegweisend zu verbessern und aktiv zu gestalten.

Unsere Sommerfeste:
Samstag, 22. Juli: Landpartie zur Fürmann-Alm (Irlberg, Anger):
Noch sind wenige Plätze frei! Unser Sommerfest im Rupertiwinkel hat ein Programm für jedes Wetter; gemeinsame Busfahrt möglich (Abfahrt: 9:30 Uhr; Kosten für Bus, Buffet, Wasser, Aperitivo, Bier, Kaffee & Kuchen, Musik:  45,- Euro p.P.; bei Eigenanreise: 30,- Euro). Die angebotenen Hofrundgänge spannen den Bogen von Wiesen, Weiden & Bienen, zu Hühnern & dem Bauerngarten, bis zu den Pinzgauer Rindern & dem Stall: Erlebenswertes und Genussvolles – da, wo es wächst!

Samstag, 29. Juli um 18 Uhr: Sommerfest in der Goldmarie, unserem Genussführerlokal und bei SoLaWi-engagierten Wirtinnen. (Hinweis: geänderter Beginn; nicht wie fälschlich angekündigt um 17 Uhr!)

Anmeldung für beide Termine nur noch vereinzelte Restplätze; bitte angeben für welchen Termin die Anmeldung erfolgen soll; alle Angemeldeten erhalten frühzeitig die Details zu Abfahrtsort, bzw. Treffpunkt, Rückfahrt und Vorabüberweisung.

Terminvorschau:
Do, 3. August um 20 Uhr: Radio Slow Food München auf LoRa92,4:
Thema: Wasser,

Sa, 5. August Ausflug: Murnau Werdenfelser Rinder, Weide & Moor
Abfahrt/Treffpunkt der Fahrgemeinschaften um 14:00 Uhr beim Hörger in Hohenbercha, gemeinsame Fahrt zur Murnau-Werdenfelder Herde im Donaumoos; es begleitet uns der Experte für Moore Dr. Jan Sliva; gemeinsamer Ausklang mit Grillen im Garten in Ingolstadt (Eigenanreise; begrenzte Teilnehmerzahl; Kosten 15,- Euro p.P.; Anmeldung)

Medien- und Lesetipps:
Rückblick Festakt im Bremer Rathaus, 25-Jahrfeier: Blog Pfalz,
25 Jahre Slow Food in Deutschland: im BR Jubiläum,
‘Yes, we cheese!’ oder ‘gli stati generali del latte crudo’:
Cheese 2017 in Bra nur mit Rohmilchkäse,
Das Dorf und der Hühnerkönig: ARTE-Mediathek,
Greencity: Münchens Abgasproblem

 

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 5. Juli um 19 Uhr im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.

Termine:
Mi, 5.7. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus,
Sa, 22.7. Sommerfest auf der Fürmann-Alm,
Sa, 29.7. Sommerfest in der Goldmarie,

Mi, 2.8. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz,
Do, 3.8. – 20h: Radio Slow Food München: Wasser,
Sa, 5.8. – 14h: MuWe, Moos & Grillen.
Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 

 Veröffentlicht von am 30.06.2017
Jun 052017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Menschen gewinnen und sich einmischen!
Das will Slow Food. So steht es passend im Sonderheft des Slow Food Magazins zu unserem 25-jährigen Jubiläum. Für ein Recht auf gutes Essen und ein Hoch auf eine gute Alltagsküche. Im Juni gibt es gleich eine Menge Einmischtermine: Am 7. Juni um 11 Uhr vor dem Europäischen Patentamt zum Freibier bei no patents on seeds in Sachen Braugerste. Und dann abends zum Stammtisch! Am Sonntag, 25. Juni (ab 10 Uhr) zum Aktionstag Stadt braucht Land ins ÖBZ mit Slow Food München, unserer Genussgemeinschaft Städter & Bauern und einem großen Info- und Erzeugermarkt für regionale, nachhaltige und solidarische Landwirtschaftsmodelle.

Handwerk hat Zukunft. Ein gemeinsamer Aktionsabend von Slow Food München, der Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V. und der GLS-Bank. Viele engagierte junge Lebensmittelhandwerker beweisen tagtäglich, dass nicht alles nur digital und global laufen kann! Am Dienstag, 27. Juni (18 Uhr) in der GLS-Bank (Anmeldung).

Timorasso-Verkostung am Dienstag, 20. Juni um 19 Uhr im Stemmerhof (im Literaturkeller). Ein Wein, eine autochtone Rebsorte aus dem östlichen Piemont, vorgestellt von einem Fan und Überzeugungstäter. Kosten: 12,- Euro, Anmeldung hier. 

Unser Sommerfestreigen:
Samstag, 22. Juli: Landpartie zur Fürmann-Alm (Irlberg, Anger):
Sommerfest, Landwirtschaft, Hof- und Bauerngartenführungen, Biergarten, Musik, Filmvorführung, gemeinsame Busfahrt im Oldtimerbus (Kosten für Busfahrt, Buffet, Wasser und das erste Fass Bier: ca. 45,- Euro p.P.),

Samstag, 29. Juli (ab 17 Uhr): Sommerfest in der Goldmarie, unserem Genussführerlokal und bei SoLaWi-engagierten Wirtinnen.
Anmeldung für beide Termine möglich; bitte angeben für welchen Termin die Anmeldung erfolgen soll; alle bereits Angemeldeten erhalten von uns weitere Detailinfos, sobald diese verfügbar sind.

Lesetipps – Sommerzeit ist Lesezeit, ob im Urlaub, auf der Terrasse oder auf Balkonien, unter einem schattigen Baum oder gar am Strand. Daher hier eine schöne Auswahl an Online- und papiergebundenen Lesetipps:
Greenpeace-Studie: Kursbuch Landwirtschaft, Agrarwende 2050,
So könnte es, so muss es funktionieren. Zukunft der Landwirtschaft und damit unseres Essens von vielen Seiten beleuchtet.

Semplice, die Kolumne von Eberhard Spangenberg, Nachdenkliches, mit absoluter Ess- und Trinkfreude,

Leaf to Root, Alles vom Gemüse essen. Auch für Nose-to-Tail-Fans noch keine Selbstverständlichkeit. Opulent, hat das Zeug zum Standardwerk, Vorkenntnisse ggf. erforderlich (Lesetipp aus journal culinaire),

Die Wege des HonigsReiseimpressionen des Bienenfotografen schlechthin, Eric Tourneret nimmt uns mit auf eine Reise um die Welt zu den nicht immer stacheligen Bestäubern und Honiglieferanten,

Der große Polt – ein Konversationslexikon; von cappuccinieren über öha bis zur Versöderung. Wir zitieren: cappuccinieren = eine gekonnte Form des Schlürfens; Freizeitgestaltung; bis heute in Italien noch nicht anerkannter Begriff für Zustand von Leerlauf aller Art und der damit einhergehenden Lebensfreude.

Und weil wir schon bei der absoluten Kunstform des gepflegten Grants sind: Grant. Oder: Keine Stadt, nirgends: Max Scharnigg über München.

Filmtipp: Kinostart von Code of SurvivalDokumentarfilm von Bertram Verhaag, Die Geschichte vom Ende der (grünen) Gentechnik.

Radiotipp: Zu den opulenten Bildern des empfohlenen Bildbands passt perfekt der Podcast der Radio Slow Food München Sendung über Bienen; einfach anklicken auf der Slow Food München Webseite.

Weiterer Veranstaltungstipp:
EU-Agrar- und Fischereipolitik als Fluchtursache, Veranstalter: Die Umwelt-Akademie (wann? 20. Juni 19 Uhr, wo? GLS-Bank).

 

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 7. Juni um 19 Uhr im Paulaner Bräuhaus
am Kapuzinerplatz 5.

Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 

Termine:
Mi, 7.6. – 11h: Freibier am Patentamt,
Mi, 7.6. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus,
So, 25.6. ÖBZ Aktionstag Stadt braucht Land,
Di, 27.6. – 18h: Handwerk hat Zukunft, GLS-Bank.

 Veröffentlicht von am 05.06.2017
Apr 282017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

 Vermarktungsnorm: Mauskiwi muss in die Mülltonne!
Oder: Doppelspitze statt Doppelfrüchte?
Man stelle sich die ganzen aktuellen EU-Probleme mal vor: Rechtspopulisten, Brexit, Europamüdigkeit, Verteilungsquoten (für Schulden, Bankenrettung, Flüchtlinge), 30/50-Zustände (30% reguläre Arbeitslosigkeit/ 50% Jugendarbeitslosigkeit) in einigen Mitgliedsstaaten. Was für ein Glück, dass es noch fleißige Prüfer in bayrischen Landesbehörden gibt, die sich um die wirklich wichtigen Probleme kümmern und die EU-Fahnen hochhalten. Laut EU-Vorstellungen fehlgewachsene Kiwis (die bewusst als solche vermarktet werden) sind zu beanstanden und für den Müll zu deklarieren. Mitdenken…? Stimmt, das war ja nur ein Werbeslogan für eine nicht mehr existierende Bank. Jetzt droht – keine Sorge – nicht etwa ein Fototermin mit alten und neuen Kandidaten für das Amt von Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerinnen, sondern ein Bußgeld. Merke: es darf zwar Doppelspitzen im Wahlkampf geben, aber keine Doppelfrüchte im Obstregal. Das müssen wir dringend ändern!

Termine & Terminvorschau:
DOK.fest Dokumentarfilm-Festival (3. – 14. Mai 2017):
Code of Survival –  vom Ende (grüner) Gentechnik,

Do, 11. Mai um 19 Uhr: Salon Gastrosophique mit Peter Peter im Café Luitpold; Thema: Das Schnitzel war versalzen:  Optionen, Stile, Gefahren der Restaurantkritik; Info.

Unser Sommerfestreigen:
Sa, 22. Juli: Landpartie zur Fürmann-Alm (Anger/Chiemgau):
Sommerfest, Landwirtschaft, Führungen, Biergarten, Musik, Filmvorführung, gemeinsame Busfahrt im Oldtimerbus (Kosten für Busfahrt, Buffett, Wasser und das erste Fass Bier: ca. 45,- Euro p.P.),

Sa,, 29. Juli (ab 17 Uhr): Sommerfest in der Goldmarie, unserem Genussführerlokal und bei SoLaWi-engagierten Wirtinnen.

Anmeldungen  für beide Termine bereits jetzt möglich, weitere Details im Juni-Monatsbrief.

Lesetipps:
Nachtrag zum Fish Dependance Day (29. April): Kein Klima für Fische!,
Naturbalkon-Blog: Wilder Meter von Katharina Heuberger (und der Bericht in der SZ)

Diese Firmen unterstützen die Idee von Slow Food:
Neuer Slow Food Unterstützer: Drax-Mühle, Nähe Haag in Obb. Ein engagierter Hobbybäcker aus dem CV Ingolstadt macht’s möglich. Das freut uns ganz besonders!

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 3. Mai um 19 Uhr im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.
Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 

Termine Mai:
Mi, 3.5. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus,
Mo, 8.5. – 19:30h: Atelier-Kino: Code of Survival,
Do, 11.5. – 19h: Salon Gastrosophique.

 Veröffentlicht von am 28.04.2017
Mrz 312017
 

 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Slow Food Messe Markt des guten Geschmacks in Stuttgart
Vom 20. bis 23. April wird Stuttgart wieder Ziel und Nabel der Slow Food Welt. Gut 550 Aussteller, ein umfangreiches Rahmenprogramm; Whisky, Marktplatz Brauerhandwerk, Vinothek, Wurstschule; Forumsbühne mit Themen wie Beruf: Koch – am Ende? Slow Food – quo vadis?, Erfolgsmodelle gegen billig, billig in Küche und Gastgewerbe, Edible Education, Lebensmittelhandel im digitalen Umbruch. Hinfahren!

Termine & Terminvorschau
Mittwoch, 12. April um 19 Uhr: WEILOISIRGENDWIAZAMHÄNGD
Film & Publikumsgespräch; Monopolkino (Schleißheimerstr. 127),

Donnerstag, 11. Mai um 19 Uhr: Salon Gastrosophique mit Peter Peter im Café Luitpold; Thema: Das Schnitzel war versalzen:  Optionen, Stile, Gefahren der Restaurantkritik; Info.

 Bayern & Pfalz: Pfalz-Reise des Conviviums vom 29. April bis 2. Mai;
Programm & Anmeldung, Restplätze!

 Samstag, 22. Juli: Landpartie zur Führmann-Alm (Anger/Chiemgau):
Sommerfest, Landwirtschaft, Führungen, Biergarten, Musik, Filmvorführung, Einladung der Nachbarconvivien; wir organisieren eine gemeinsame Busfahrt,

Samstag, 29. Juli (ab 17 Uhr): Sommerfest in der Goldmarie, unserem Genussführerlokal und bei SoLaWi-engagierten Wirtinnen.

 Lutherjahr & Tischsitten
Nur so ein Gefühl, doch manchmal haben wir den Eindruck, so wie beim Thema Tischsitten wäre eine Handy-Etikette mehr als sinnvoll. Welcher Mensch ist wichtiger? Der, mit dem wir im Moment und im Hier und Jetzt gerade sind oder das virtuelle Universum mit Traumprinzen und allen unendlichen Möglichkeiten da draußen? Ein Plädoyer für Regeln.

Passend zum Wandel der Zeit: Warum rülpset und.. ihr nicht, hat es Euch nicht geschmecket? Ach ja, in Sachen Reformator: Die Slow Food Bewegung ist im Jubiläumsjahr mit vielen Aktionen präsent: von Alles fließt: WasserErdeMensch bis zur Schnippeldisko zum Evangelischen Kirchentag in Berlin.

Patentbier
Endlich mal in Ruhe ein kühles Bier. Schon wieder was. Nach Glyphosat  das Streitthema Patent auf Leben. 35 Nichtregierungsorganisationen (NGOs), darunter auch Slow Food sprechen sich gegen ein an die Global Player Heineken (u.a. Paulaner) und Carlsberg (Holsten) erteiltes Patent im Zusammenhang mit dem Bierrohstoff Gerste aus; komplex wie der Brauvorgang an sich.

Lesetipps & Bezugsquellen rund ums Olivenöl:
Dabei ist es uns wichtig, kleine Produzenten von Griechenland bis Italien und anderswo zu fördern. Bis Juni gibt es noch das Öl aus Lesbos von Platanenblatt in solidarischer Landwirtschaft. Und natürlich gute Öle bei unseren Unterstützern Garibaldi und alles Olive.
Mehr zum Olivenbaumsterben Xylella. Böse Zungen behaupten, die zum Teil Jahrhunderte alten Olivenbäume in Apulien sind nur einer neuen Gaspipeline im Weg; viel Geld und viele Hände sind im Spiel.

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mittwoch, 5. April um 19 Uhr im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.

Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

Termine:
Mi, 5.4. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus,
Mi, 12.4. – 19h: Monopolkino: Weilois…

 Veröffentlicht von am 31.03.2017
Feb 162017
 

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Saat gut
Auch dieses Jahr war das Saatgutfestival im ÖBZ am 19. Februar wieder ein absoluter Besuchermagnet mit einem wirklich sehr interessierten Publikum, Tauschbörse, vielen Saatgut-Ständen und -initiativen; sowohl unser Infostand als auch die Vorträge waren ständig umlagert und voll besetzt.

2017 wird Slow Food Deutschland 25 Jahre alt, viele Gründe zu feiern! Über das ganze Jahr werden im ganzen Land zahlreiche Veranstaltungen stattfinden und extra beworben. Wir feiern in München daher gleich doppelt – einmal raus aufs Land und einmal in der Stadt! Mehr dazu bei den Terminen.

Wer sich zum Stammtisch am Mittwoch, 1. März im Paulaner Bräuhaus das Aschermittwoch-Fischessen sichern möchte, der reserviert hier. Natürlich auch ohne Reservierung, dann nach Verfügbarkeit. Wir sind übrigens entre nous im Nebenraum Salettl.

Termine & Terminvorschau
Salon Gastrosophique mit Peter Peter im Café Luitpold, am Donnerstag, 2. März um 19 Uhr; Thema: die Slow Food Bewegung; Info & Anmeldung,

CRISPR/Cas-Vortrag (BN/BUND): Gentechnik – neue Verfahren, Freitag, 24. März um 15 Uhr im Tagungszentrum Kolpinghaus; Anmeldung,

 Bayern & Pfalz: Pfalz-Reise des Conviviums vom 29. April bis 2. Mai; Programm & Anmeldung,

 Samstag, 22. Juli: Landpartie zur Führmann-Alm (Anger/Chiemgau): Sommerfest, Landwirtschaft, Führungen, Biergarten, Musik, Filmvorführung, Einladung der Nachbarconvivien; wir organisieren eine gemeinsame Busfahrt,

Samstag, 29. Juli (ab 17 Uhr): Sommerfest in der Goldmarie, unserem Genussführerlokal und bei SoLaWi-engagierten Wirtinnen.

 

Schmarrn I: Brutal traditionell oder besser essen für 400 Mio.
Der Lebensmittelsektor sei brutal traditionell, das meint zumindest der TU-Vize, ein Professor für Lebensmittelchemie. Um das zu ändern investieren die EU und Bayern viel Geld in Neues; EIT Food nennt sich das dann, nomen est omen. Und Siemens, Bosch, Nestle und Pepsi helfen mit. Zum Davonlaufen. Dazu ein sehr passender Leserbrief.

Schmarrn II: Rohkost NYC – roher Teig = DO
Wer es dagegen lieber hipp und innovativ haben möchte, vielleicht eröffnet eine Trend-Kopierfabrik bald auch in München, was es in New York nur mit viel Schlange stehen vorm Laden ganz neu gibt: rohen Kuchenteig – in 12 verschiedenen Varianten mit viel buntem Industriezucker drüber. Teig heißt dough auf englisch, lautmalerisch do mit einem Deckel auf dem o. In Eiskugelform präsentiert, hergestellt aus pasteurisiertem Ei und hitzebehandeltem Mehl. Ersteres versteht man seit Bayern-Ei, das mit der Mehlbehandlung verschließt sich noch. Egal, auf bayrisch heißt so was: Schmarrn!

Lieber Freihandwerk als nur Freihandel – Zukunft braucht Handwerk
Spinnt man die Gedanken zur Wirtschaftsförderung und der anstehenden unermesslichen Wohlstandserhöhung durch den Freihandel weiter, so kommt man folgerichtig viel eher zur Notwendigkeit der Förderung des Handwerks. Nicht nur in Sachen Nachwuchsmangel. Um nicht in Gezeter und Trauer zu verfallen, ob des CETA-Durchwinkens des EU-Parlaments, die zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung geht weiter und das auch nach der ganz frischen Ablehnung des Volksbegehrens in Bayern. Eine interessante Tagung des Vereins Die Bäcker – Zeit für Geschmack e.V. denkt weiter und fordert folgerichtig auch einen Umbau des Steuersystems: menschliche Handarbeit entlasten und Ressourcen wie Energie, Rohstoffe und Kapital stärker belasten. Dann freuen wir uns auf Freihandwerkszonen statt Freihäfen oder Zollfreilager. Und Herr Schäuble freut sich, nur einmal gezahlte Kapitalertragssteuer nicht gleich zweimal erstatten zu müssen. So geschehen bei den berühmten Cum-ex-Deals mit Aktiengeschäften rund um den Dividenden-Ausschüttungstermin. Die Fleischesser unter uns kennen das schon lange: farcimen flavus cum/ex – Gelbwurst mit oder ohne Petersil!

Was brachte der Februar noch? Die neue Sendung von Radio Slow Food München zur Genussgemeinschaft, jetzt als Podcast zum Nachhören. Dann einen Vortrag vor einer Delegation aus Benin im Sir Toby. Die kamen gerade von der BioFach in Nürnberg. Angefragt hatte die GIZ, es ging um den Aufbau regionaler Bezugs- und Wertschöpfungsketten in der Gastronomie. Anfang März reisen wir dann zur Convivienleitertagung nach Würzburg.

Mit Ironie, Chemie und einer echten Geschmacklosigkeit schließen wir:  Nach Volkswagen und all dem Dieselmanipulationsgedöns endlich einmal was Solides – und aus der Schweiz: das Volksherbizid. So meint Syngenta ein vermeintliches Universalmittel im Getreideanbau anpreisen zu müssen.

 

Wir sehen uns beim Stammtisch
am Mittwoch, 1. März um 19 Uhr im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz 5.
Mit genussvollen Grüßen,
Markus Hahnel & Rupert Ebner

 

Termine:
Mi, 1.3. – 19h: Stammtisch im Paulaner Bräuhaus,

Do, 2.3. – 19h: Salon Gastrosophique: Slow Food Bewegung.

 Veröffentlicht von am 16.02.2017