Okt 192012
 

Das Red Hot – in der Amalienpassage, in der ehemaligen “Oase” – ist eigentlich eine American Bar. “Long Drinks, Short Ribs” ist das Motto, aber seit unser Genussführer-Lokal Klinglwirt vor einigen Wochen von der Abendzeitung als eine der besten “Bars”Münchens gekürt worden ist, haben wir keine Hemmungen, auch einmal über eine Bar zu schreiben.

 

Und das aus gutem Grund: Das Essen im Red Hot ist vorzüglich, egal, ob man den Burger, die Spare Ribs, oder das Red Hot Pulled Pork Sandwich wählt: Jeweils gefühlt eines der besten der Stadt, auch wenn natürlich nicht immer alles zu jeder Uhrzeit direkt und frisch vom Smoker kommen kann. Das Essen war (bislang) immer ausgezeichnet. Und die Zutaten sollen von regionalen Erzeugern kommen.

Die Bar: Sehr gut. Vermutlich. Wir haben nur den Gin Tonic probiert, und hatten keine Beanstandungen. Gut, in der Niederlassung gibt es eine deutlich größere Auswahl an Gin, aber das ist heute nicht das Thema.

 

Das heutige Thema ist: Bier. Nicht viel, sondern gut. Und da hat das Red Hot einiges zu bieten.

 

Der unterrichtete Fan weiß: Deutsches Bier hat ein Problem. Das, was allerorten angeboten wird, ist geschmacklich in aller Regel austauschbar. Auch das “Münchner Bier” ist in toto ein Marketingprodukt, die Ausnahmen (Pilsisissimus der Forschungsbrauerei!) sind zumeist nur begrenzt käuflich zu erwerben. Uns fielen vor einiger Zeit die (überregionalen) Produkte von Braufactum positiv auf, in manchen Märkten als Exoten für viel Geld zu kaufen – und als Radeberger-Tochter im Oetker-Imperium uns ein wenig suspekt, mit Verlaub: Sie können es offenbar, aber die bezahlbaren Biere von dort mögen wir nicht besonders, und die Braufactum-Linie ist wirklich extrem teuer.

 

Endlich sind wir aber beim Thema: Im Red Hot gibt es Biere, die wir qualitativ sehr schätzen. Von Braufactum, aber auch von Camba Bavaria und anderen. Camba Bavaria ist zwar ebenfalls eine Marketing-Organisation, aber die Biere sind klasse – und regional: Aus Truchtlaching, unweit von Traunstein. Slow-Food-Political-Correct, also :-)
Und – da deutsche Biere auf den internationalen Festivals kaum noch auf den vorderen Plätzen landen – gibt es im Red Hot auch Biere von einigen der besten Brauereien der Welt: Von der Brooklyn Brewery zum Beispiel! Das IPA ist allerköstlichst! Wir kennen inzwischen das Pale Ale von Anchor Brewery/San Francisco: Klasse! Das Einstök Ölgerd aus Island: Vorzüglich! Das Brewdog Double IPA – ein Traum. Und wir sprachen noch nicht von den Porters, den Bocks, oder den Double IPAs…

 

Das Zauberwort bei diesen Bieren heißt “Aromahopfen statt Hopfenextrakt” – ein Thema, dem sich auch Slow Food seit einiger Zeit annimmt. Wenn man wissen will, was bei Bier geht: Im Red Hot kann man einiges probieren, was den Weg in den nächsten Jahren weisen muss – und wird. Tatsächlich gibt es auch in Deutschland schon eine Vielzahl von Micro Breweries, die ausschließlich beste Zutaten verwenden, was wir von Slow Food von ganzem Herzen unterstützen.

 

Wie wäre es mit einem SF-Bier-Führer? Die Slowbier ist da schon der richtige Impetus, und vor allem die fränkischen Biere können weltweit in aller Regel mithalten – wenn man einigen Kollegen in Franken auch verständlich machen muss,  dass  das Heil nicht in “billig”, sondern in “gut” liegt. Vor allem: Kein Hopfenextrakt, liebe Freunde…. Aber dann seid Ihr locker ganz vorne mit dabei! Der Geheimtipp von der Slowbier, ganz unter uns: Reckendorfer Weizenbock!! Um den Kreis zu schließen: Das Red Hot will sich künftig auch den fränkischen Bieren verstärkt widmen :-) http://www.redhot-muenchen.de/

 Veröffentlicht von am 19.10.2012

  Eine Antwort zu “… Red Hot”

  1. [...] nächste Baustein. Einem Tipp aus der Rubrick “Neulich im…” des Slow Food Conviviums München folgend, war ich letzten Dezember im Red Hot in München. [...]