Jan 112013
 

Nein: Nicht „schon wieder“ – wir haben eine langfristige Planung realisiert. Auf der Suche nach dem ultimativen Fleischgenuß war unsere kleine private Runde in den angeblich führenden Etablissements in München: Im Theresa, im The Grill, und jetzt im Goldenen Kalb. Waren die Ergebnisse im Theresa sehr durchwachsen und im The Grill schon recht ok – wie schlägt sich das Goldene Kalb an einem Freitag Abend?

 

Nachher pleite, aber zufrieden: Das waren unsere Erwartungen auf dem Hinweg. Jetzt, im nachhinein, können wir präzisieren: Nein, pleite waren wir nicht – wir konnten uns die Rückfahrt mit dem MVV noch leisten 🙂 Und zufrieden, zufrieden waren wir auch nicht: Nein, wir waren SEHR zufrieden 🙂 🙂 Die Runde war sich einig: Genau so wollen wir feines Fleisch genießen. Das Ambiente an sich ist schon sehr einladend; der Laden war gut gefüllt, aber nicht zu voll, die Bedienung: Jung, hübsch, sehr kompetent bei Speis und Trank, äußerst zuvorkommend, denkt mit, ist da, wenn man sie braucht, aber nervt nie: Ein riesiges Kompliment an die Dame! Der Service insgesamt ist höchst lobenswert – alles wird von der Truppe schnell gebracht, und fast noch schöner: Auch nach dem Verzehr wird wieder zügig, aber nicht hektisch abgeräumt – effizient und unspektakulär: Klasse! Man spürt: Da kümmert sich einer im Hintergrund wirklich!

 

Das Essen: Ja, genau so muss es sein, wenn wir essen gehen! Perfektes Tatar vom Rind, vom Thunfisch, vom Lachs, nur das vom Kalb war gewürzmäßig ein klitzekleinwenig overdone. Ein perfekter Beef Tea, eine perfekte Hummercremesuppe. Dann ein US-Filetburger, und wir anderen aus der Runde teilen uns ein saftiges Kotelette vom Rind aus dem Aubrac und ein Filet vom Pommerschen Rind, medium gegrillt – wow! Saftig, hervorragender Grillgeschmack, mehr geht kaum. Dazu ausgezeichnete Pommes, Ingo-Holland-Grillbutter, Sauce Béarnaise, gemischtes Gemüse, Spinat, ein lecker Pinot aus dem Burgenland – ist ja gut, ich hör´ schon auf…

 

„Gut, sauber, fair“ sind die Kriterien, nach denen wir bei Slow Food Gaststätten beurteilen. Zudem soll man sich wohl fühlen, und die Küche soll auch die regionale Tradition berücksichtigen. Wie passt das zum „Goldenen Kalb“? Eigentlich ziemlich gut, weil es geschmacklich noch viel mehr als „gut“ und allem Eindruck nach „sauber“ im Sinne von No Convenvience ist, und  „fair“ nicht „billig“ meint. Wohlgefühlt haben wir uns auch. Nur bayrisch isses hier halt nicht. Trotzdem: Eine politisch korrekte Bereicherung der Münchner Gastro-Szene, und eine dicke Empfehlung, meinen wir – und fangen sofort an, für den nächsten Besuch im „Goldenen Kalb“ zu sparen… www.zum-goldenen-kalb.de

 Veröffentlicht von am 11.01.2013