Arche des Geschmacks

 

Murnau-Werdenfelser Rind

 

Die Arche des Geschmacks ist ein weltweites Projekt von Slow Food International. Vergessene oder vom Vergessen bedrohte regionale Nutztierrassen, Gemüse- und Obstsorten sowie Speisezubereitungen sollen in diese Arche gesammelt und gerettet werden.

 

 

Die Arche ist ein Projekt der „Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt„. Die Stiftung arbeitet

  • um biologische Vielfalt der Lebensmittel zu schützen
  • die Umwelt und den Boden zu erhalten
  • nachhaltige Landwirtschaft zu fördern
  • kleine Produzenten und deren Lebensgrundlagen zu schützen
  • die gastronomischen und landwirtschaftlichen Traditionen der Welt zu erhalten

In München haben wir bereits das Murnau-Werdenfelser Rind, die einzige bodenständige Rasse des bayerischen Oberlands, als Passagier in die Arche aufgenommen und warten auf die Zulassung als Presidio.

Der zweite Münchener und 36. deutsche Archepassagier (von oben im Uhrzeigersinn): Pfennigmuckerln, Schuastabuam, Riemische und Maurerlaiberl.

 

 

Als zweiter Passagier sind seit Juni 2013 die “Münchener Brotzeitsemmeln” in der Arche des Geschmacks. Die „Riemischen/Remischen“ (oder auch „Römischen“ – ganz falsch ist allerdings „Römer“) sind rustikale, traditionelle Semmeln mit einem deutlichen Roggenanteil im Teig und oftmals gewürzt mit Kümmel. Sie werden nur noch von wenigen Bäckereien im Münchener Raum angeboten.

 

 

Die zweijährige Arbeit am Korbiniansapfel hat sich leider als komplette Luftnummer herausgestellt. Fast alle bestehenden “Korbiniansapfel”-Bäume haben sich als eine Verwechslung herausgestellt und sind “Stina Lohmann” – ja, wahrscheinlich war sogar der Zufallssämling, den Pfarrer Korbinian Aigner bekam und im KZ großzog, schon ein “Stina Lohmann”; die genetischen Fingerabdrücke gleichen sich auffällig.

Stattdessen kümmerte sich die Münchener Archegruppe um das “Ismaninger Kraut”, das jetzt am 4. Januar 2017 in die Internationale Arche des Geschmacks aufgenommen wurde. Es ist höchste Zeit, dass diese lokale Sorte, die nur in der Gemarkung Ismaning wächst, gerettet wird, denn nur noch eine Handvoll Bauern vermehren sie selbst aus eigenem Saatgut und bauen sie eigentlich nur noch hobbymäßig an. Erhältlich ist das Kraut nur in Ismaning bei diesen Bauern.
Das Ismaninger Kraut ist besonders geschmackvoll, bildet riesige Köpfe, deren Blätter relativ lose liegen, so dass es sehr gut für Krautwickerl geeignet ist (aber genauso gut als Sauerkraut, Krautsalat und “Bayrisch Kraut”). Die Münchener Arche-Gruppe wird daran arbeiten, das Gemüse auch in München wieder sichtbar zu machen – auf Märkten, in Geschäften und in der Gastronomie, um seinen Bestand durch einen Nachfrage-Schub zu sichern.

Der Münchner Bierradi

Kandidaten, die wir als nächste in die Arche des Geschmacks bringen wollen sind die Bavesen (ein Teller-statt-Tonne-Gebäck aus alten Weißbrotscheiben, meist mit Zwetschgenmus gefüllt, in Ei gewendet und schwimmend ausgebacken) und der Münchner Bierradi, der so viel charaktervoller daherkommt wie die fad-wässrigen Japanrettiche aus dem Supermarkt. Sie sind eine ideale Ergänzung zu Bier und Brotzeit, sehr resistent gegen Krankheiten und Schädlinge, gut lagerfähig und auch im Hausgarten leicht anzubauen.

 

Die Arche-Arbeitsgruppe trifft sich im Moment unregelmäßig. Wir suchen noch Mitglieder, die Interesse an unserer Detektivarbeit haben. Kontakt: Rudolf Böhler, bolo@texpics.de, Tel. 089/448 30 88.