Conviviumsbrief 06/2016

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

Slow Food München Frühlingsmarkt
Das Wetter hat mitgespielt, die Besucher kamen vor allem am Samstag in Scharen als über 30 Aussteller ihre Erzeugnisse präsentierten. Rahmenprogramm, das Slow Mobil und unser Infostand haben grossen Anklang gefunden. Auch die Marktparty am Samstagabend mit Live-Band begeisterte.  Ein Riesendankeschön an die Organisatoren und unser Helferteam!

Samstag: 18. Juni um 10:30h: Mitgliederversammlung von Slow Food Deutschland in Kassel
Ein wichtiger Termin, in diesem Jahr finden wieder Vorstandswahlen statt. Für alle die Chance mit Personalentscheidungen die Richtung und Entwicklung der Slow Food Bewegung in Deutschland zu beeinflussen!

Investieren in Geflügelhaltung der Zukunft: Biolandhof Braun
Viele von uns kennen den Hof kurz vor Freising, nicht nur durch unsere Feiern zum Terra Madre Tag im Alten Kuhstall.  Sepp Braun wirtschaftet seit 1988 nach organisch-biologischen Richtlinien und vertrat u.a. den Bereich Boden als Themenbotschafter des deutschen Pavillons auf der Expo in Mailand. Nun schafft der Hof einen neuen Betriebszweig, die Haltung von Geflügel. Das Projekt: Zweinutzungshühnerrassen in kleinen Stallungen. Kunden und interessierten Menschen wird die Möglichkeit geboten, in das Projekt zu investieren. Konditionen & Bedingungen erhält man direkt vom Hof per Email an: biolandhof.braun@t-online.de. Slow Food München und die Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V. unterstützen dieses Projekt inhaltlich und wünschen viel Erfolg. Eine Informations-veranstaltung mit Hofführung findet am Samstag, 9. Juli um 15:00h statt: Biolandhof Braun, Dürneck 23, 85354 Freising. *: Mit Blick auf die BaFin weisen wir darauf hin, dass ein finanzielles Engagement mit einem Totalverlust enden kann, denn sicher sind im Leben nur Rente und unsere Einlagensicherung.

Investieren in die Zukunft des Handwerks: BioBäckerei BrotZeit
Von deren Brot bleibt sicher kein Krümel übrig, es sind aber noch einige wenige Investitionsscheine zu haben, bei Interesse den Kontakt bitte direkt mit der Bäckerei aufnehmen (auch hier gilt: *) Mehr Infos.

Sa, 23. Juli von 16:00 bis 22:00h: Slow Food München Sommerfest
Wie bereits angekündigt, feiern wir in diesem Jahr unser Sommerfest beim Slow Food Unterstützer Alter Wirt in Grünwald, bei schönen Wetter unter Apfelbäumen. Lokal & Garten sind bequem mit der Tram erreichbar. Es gibt ein Büffet. Kosten: 37,50 Euro p.P.; Aperitiv, Wasser und ein ansehnliches Fassl Bier sind inklusive. Und Musik, wenn es unser Budget noch hergibt. Alle weiteren Getränke gehen auf eigene Rechnung. Anmeldung hier. Anmeldeschluss ist der 15. Juli! Die Anmeldung ist erst mit Überweisung der Kosten verbindlich (Kontoverbindung am Ende dieses Newsletters). Wer selbstgemachte Köstlichkeiten mitbringen möchte, sehr gerne, wir übernehmen das Tellergeld und den Einkaufsbon.

Markt, Macht, Milch – die Situation
Selbst Augstein jun. ergeht sich in Alliteration und Wortspiel; er beschreibt angesichts eines z.T. schon auf unter 20 Eurocents pro Liter gefallenen Milchpreises die Misere. Hausgemacht, systembedingt, trotzdem ein massives Problem! Alle sind Opfer, keiner ist Schuld, schon gar nicht der Verbraucher selbst. Er statiert eine neue Gemeinsamkeit: Politiker, Journalisten und jetzt auch die Bauern hätten mittlerweile alle das gleiche Problem, keiner glaubt ihnen. Wir sehen mit Sorge auf die Konsequenzen. Die Marktgläubigen argumentieren, die Lage sei überfällig, notwendiger Strukturwandel, das Ende der Milchquote lange bekannt und das Russlandembargo verschärfe das Überangebot. In ein paar Jahren pendele sich das schon wieder ein. Sollen sie doch auf öko umstellen, so heißt es, da sind die Preise noch besser. Schade, denn kein Bauer macht ökologische Landwirtschaft nur, weil dort die Preise besser sind. Es geht um Enkelgerechtigkeit und eine völlig andere Denk- und Wirtschaftsweise, die leider oft noch mehr Arbeit macht.

Markt Macht, Milch – die Zukunft
So verschärft sich der Trend zu quasi-feudalen Konzernstrukturen auch in der Landwirtschaft. Bauern, die überschuldet aufgeben müssen, geben ihr Land in die Hand von Banken und Investoren. Wir verweisen lieber auf Molkereien, die heute schon bessere Wege gehen und Bauern, die ab Hof sogar bis zum 1,50 Euro für einen Liter Milch erzielen können. Weil dort die Qualität einfach unübertroffen ist und die Arbeit,  Verantwortung und Leidenschaft, die drin stecken, für jeden sofort sichtbar sind. „Mit Liebe“ halt. Da diesen Spruch in guten gentrifizierten Stadtvierteln mittlerweile fast jeder auf eine Retro-Schiefertafel flott in infantiler Schreibschrift stylt, lassen wir die Liebe lieber dort, wo sie wirklich hingehört: zwischen Menschen und bei einer handwerklichen Berufung.

Aktionsbündnis Artgerechtes München: Entscheidung verschoben
Der Münchner Stadtrat verschiebt die Entscheidung zum Tierwohl erneut! Obwohl die Debatte „Artgerechtes München“ kurzfristig von der Tagesordnung der Vollversammlung am 11. Mai genommen wurde, fand der „Mittag mit Biss“ für die Stadträte auf dem Marienplatz statt. Slow Food München, das Convivium Fünfseenland und die Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V.  nahmen an der Aktion auf dem Marienplatz teil.

Wir schließen! oder die Filiale der Zukunft
Wer mit offenen Augen durch sein Viertel oder die B-Lagen von Groß-und Kleinstädten geht, findet immer öfter dieses Schild. Vorboten oder bereits Zeugen von Leerstand. Nicht überall können schließlich sog. Wett-Büros, Web-Agenturen oder Wunderkinder-Kitas die Ladenlokale füllen. Explodierende Mieten, bei gleichzeitiger Kaufzurückhaltung oder sinkenden Konsumbudgets ergeben einfach kein gutes Team. Treffend, dass gleichzeitig ein großer Discounter vorübergehend Unterhaching zum Nabel seiner Welt macht und in einer „Filiale der Zukunft“ das schöne neue Einkaufsuniversum präsentiert: keine Paletten mehr, heimeliges Holzimitat an Kassen und Wänden, selbst einen Kaffeeautomaten gibt es und wenn der zu schnell wirkt, passend auch die Kundentoilette dazu. Also auf nach Unterhaching! Jetzt kommt die Ehrenrettung. Aber bitte lieber ein paar Straßen weiter zum Kaffeeröster, dessen Bohnen garantiert niemals in solchen Discounterautomaten landen werden. Oder zurück zur Milch, wäre nicht ein erster Schritt auf dem Weg zur Filiale der Zukunft die Anhebung des Milchpreises um z.B. 30 Eurocents?

Terminvorschau
3. September: Ökoerlebnistag, Ausflug auf den Biohof Lex
Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V. lädt ein; Thema: Getreide- und Hülsenfrüchteanbau, Nähe Erding (ab ca. 14 Uhr)
22. bis 26. September in Turin: Terra Madre Salone del Gusto 2016.

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mi, 1. Juni um 19:00h im Pschorr.

(Stichwort Konto Sommerfest: Slow Food München: GLS-Bank,
IBAN: DE 38 4306 0967 8217 2657 00)
Mit genussvollen Grüßen,

Markus Hahnel & Rupert Ebner

 

Termine:
Mi, 1.6. – 19h: Stammtisch im Pschorr,
So, 5.6. Spielküche:
Maibock,
Mi, 15.6.
– 19:00h: Salon Gastrosophique: Erst die Moral. Dann das Mahl,
Sa, 18.6. – 10:30h: Mitgliederversammlung Slow Food Deutschland in Kassel,
So, 19.6. – 14:00h: Kochen mit Studenten: Bayern.

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