Conviviumsbrief 03/2014

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

 

besondere Ereignisse, erfordern besondere Maßnahmen.

Fällt der Aschermittwoch auf den 1. Mittwoch im Monat, dann muß unser Stammtisch auf den 2. Mittwoch des Monats, auf den 12.März verlegt werden.

Fassungslos schauen wir in diesen Stunden auf die Entwicklung in der Ukraine. Wie klein und unwichtig scheint da unser Engagement für gute und gesunde Lebensmittel zu sein.

Aber auch auf diesem Feld ereignen sich Dinge, die man so nicht für möglich hält und deren Folgen unabsehbar sind.

Der Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 wird gegen den Willen von 19 EU-Ländern(!) zugelassen.

Der Staatssekretär aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium darf am darauf-folgenden Tag die Biofach in Nürnberg eröffnen und erhält dort höflichen Beifall von den Vertretern der Bioszene aus der ganzen Welt.

Zur selben Zeit erklärt die Deutsche Geflügelwirtschaft, dass sie ihr Versprechen, in der Legehennenhaltung kein gentechnisch verändertes Soja mehr einzusetzen, als hinfällig ansieht, weil zu teuer. Prompt finden sich in den Regalen der Discounter wieder 10 Eier für 99 Cent.

Da braucht es unverdrossene Aktivisten aus der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ (Slow Food ist Teil dieser Kampagne). Über 80 Aktivisten trafen sich am 22. Februar bei uns in München zu einem „Politischen Suppentopf“. Nach nicht ganz einfachen Vorbereitungen (wo findet man in München einen geeigneten und bezahlbaren Ort) durch Marlene Hinterwinkler (Städter und Bauern) und viele HelferInnen war diese Veranstaltung ein voller Erfolg.

Kurz danach am 24.2. trafen sich unserere „Unterstützer“ im Ristorante Tiziano in Gern und diskutierten unter der Überschrift „Länderküche“ über „bayerische“ Küche – was ist regional? – Cappucino zum Fisch??

In die Verlegenheit, etwas Unpassendes zu bestellen, können Sie bei der SLOW WINE Präsentation am Montag den 10. März ab 17.00 Uhr im MVG Museum nicht kommen. Hier präsentieren 60 italienische Winzer ihre Erzeugnisse. Für Slow Food Mitglieder gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis von 14€.

Echte italienische Lebensart können alle Teilnehmer an der Reise nach Porretta Terme (Bologna) 10. bis 12. April erleben. Für diese Genußreise „Salami selber machen“ sind noch einige Plätze frei.

Fast gleichzeitig gibt es noch ein Slow Food Event, das Sie auf keinen Fall versäumen sollten. Vom 10. bis 13. April findet die nationale Leitmesse von Slow Food Deutschland „Die Messe des guten Ge-schmacks“ in Stuttgart statt. Man muß dorthin nicht mit dem eigenen Auto fahren. Es gibt inzwischen zahlreiche, sehr preiswerte Fernbus-Verbindungen. Sie starten alle beim ZOB an der Hackerbrücke und fahren z.T. direkt zur Messe Stuttgart.

Zum Schluß noch eine Mitteilung, die mich und alle anderen aus dem Conviviumsteam sehr überrascht hat. Rudolf (Bolo) Böhler legt sein Amt als stellv. Convivienleiter nieder, zieht sich zusammen mit seiner Frau Sigrid aus dem Conviviumsteam zurück. Gleichzeitig hat er uns mitgeteilt, dass er sich weiter dem Thema „Arche“ widmen will und auch seine fabelhafte Radiosendung bei „Radio Lora“ weiter produzieren will.

Alle Verdienste des Ehepaares Böhler an dieser Stelle zu würdigen, würde den Rahmen des Conviviumsbriefes sprengen. Bei unserem diesjährigen Sommerfestes planen wir eine ausgiebige Würdigung der langjährigen und vielfältigen Aktivitäten von Sigrid und Rudolf Böhler.

Markus Hahnel wird zusammen mit mir das Convivium weiter leiten. Zu unserer Freude haben sich Marlene Hinterwinkler und Anita Hauck bereit erklärt die großen Lücken, die durch das Ausscheiden von Sigrid und Rudolf Böhler im Conviviumsteam entstanden sind, zu schließen.

Es fällt mir wahrlich schwer Ihnen in diesen dramatischen Stunden genußvolle Grüße zum Abschluß zu übermitteln.

Hoffen wir gemeinsam, dass die Entwicklung in der Ukraine friedlich verläuft. Die Ukraine hat die besten landwirtschaftlichen Ackerböden der Welt, würde dort unter friedlichen und demokratischen Verhältnissen ökologische, nachhaltige Landwirtschaft betrieben, wäre die Ukraine das „Slow Food Land“ schlechthin und könnte seine eigene Bevölkerung und große Teile der Menschheit mit ausgezeichneten Lebensmitteln versorgen.

Hoffen wir gemeinsam, herzliche Grüße

 

Rupert Ebner

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