Conviviumsbrief 02/2015

Liebe Mitglieder und Freunde von Slow Food München,

In eigener Sache
Dieser Newsletter wird in Zukunft in leicht veränderter Form erscheinen. Bald geben wir ihm ein neues Layout und werden gleichzeitig prägnanter und ausführlicher. Wie soll das funktionieren? Nun, ein neues Layout kann wirklich nicht schaden, dazu erhielten wir zahlreiche Rückmeldungen; auch ist der Text vielen zu lang. Daher machen wir folgenden Kunstgriff: die Versandversion wird gekürzt, der eigentliche Newsletter mit einem Link zur Online-Version auf die Webseite von Slow Food München gestellt und dort deutlich ausführlicher. Diesmal mit dem Beitrag „Fleischesunlust“.

Vereinsgründung Genussgemeinschaft Städter & Bauern
Was vor 5 Jahren als Initiative von Slow Food München unter der Federführung von Petra Wähning und Johannes Bucej begann und zum Ziel hat die Lebensmittelversorgung vom Land in die Stadt zu holen, wird nun als Verein mit eigener Rechtspersönlichkeit weitergeführt.

50.000 TeilnehmerInnen bei der „Wir haben es satt!“-Demo
Ein wirklich machtvolles Auftreten eines breiten Bündnisses in Berlin am 17.1.2015 für die Agrarwende und ein klare Ablehnung von Tierfabriken, grüner Gentechnik und TTIP. Aus München war vor allem das Slow Food Youth Network gut vertreten

„Was wird aus unserer Landwirtschaft?“
Auch die erste Sendung 2015 von Radio Slow Food München auf LoRa92.4 widmet sich diesem Thema. Hören Sie am 5.2. ab 20:00h rein oder im Nachtrag jederzeit als Podcast.

Save the Date: Piemont-Reise im Zeichen von Wein & Risotto
Friaul-Reise, Salami-Reise? Einige erinnern sich an unsere gemeinsamen Reiseaktivitäten. 2015 wollen wir ins Piemont in Sachen Reis & Wein.  Mehr im nächsten Newsletter, aber der Termin steht schon fest: 4. – 7. Juni 2015.

In eigener Sache No.2:  Aufruf zur Mitarbeit am Produzentenführer
Wo wird schmackhafte Wurst hergestellt, wo gutes Brot gebacken, ohne dass dabei Zusatz- oder Aromastoffe verwendet werden? Welche Brauerei verwendet Gerste aus der Region oder hat sich der Pflege seltener Biersorten verschrieben? Welcher Landwirt baut sein Gemüse und Obst nach Slow Food-Prinzipien an?

Solche Fragen werden immer wieder an uns herangetragen und der Wunsch nach einem eigenen Slow Food-Einkaufs- oder Produzentenführer in Buchform ist groß.

Der „Slow Food-Genussführer“ hat auf dem Gebiet der Gastronomie erfolgreich vorgemacht, wie ein solches Buch durch tatkräftige Mithilfe vieler unserer Mitglieder Gestalt annehmen kann. Ähnlich soll nun auch beim Produzentenführer verfahren werden.

Es werden also ab sofort Aktive gesucht, die Lust haben, an einem solchen Projekt mitzuarbeiten und eine Münchner Testgruppe ins Leben zu rufen. Bei deren Arbeit wird vor allem die Auswahl und der Test geeigneter Produzenten im Vordergrund stehen, aber auch die Diskussion von grundsätzlichen Fragen der Produktqualität. Exkursionen zu Herstellern und Landwirten werden genauso zum Spektrum gehören, wie Betriebsbesichtigungen und Gesprächsrunden mit Händlern und Direktvermarktern. Am Ende soll ein schönes Buch entstehen.

Von Slow Food Deutschland wurde bereits als zentrale Ebene eine „AG Produzentenführer“ berufen, die die örtlichen Initiativen koordinieren soll. Slow Food Deutschland wird zudem den Prozess des Aufbaus von örtlichen Testgruppen mit Produktschulungen der Mitglieder unterstützend begleiten.

Wer also an dieser spannenden Aufgabe engagiert mitwirken möchte, melde sich bitte per eMail bei muenchen@slowfood.de Stichwort: Produzentenführer.

Fleischesunlust
So textet die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Februarheft mit dem Titel ‚Hackfleisch’. Wir lesen, dass Hackfleisch nicht nur günstig und der Deutschen praktischste Fleischvariante ist, sondern auch antibiotikaresistente Keime enthalten kann. Denn schließlich wird das Mastschwein im Schnitt an 4 von 100 Tagen mit Antibiotika behandelt. Alles kein Problem? Der Tipp wird gleich mitgeliefert: „keinesfalls roh verzehren, immer gut durchgaren!“ Und das kann selbst bei Biofleisch von Lidl, Packlhof und Kaufland passieren. Ein Experte von der Bundesanstalt für Risikobewertung nennt die Verseuchung im Schlachthof, wo ggf. konventionelle Ware verarbeitet wird und den arbeitsteiligen Vorgang der Ferkelerzeugung auch in der Biobranche als Ursache. Mit dem süßen Ferkel kommt also im Duett gleich der multiresistente Keim erst in den Stall und dann an die Fleischtheke.

Dabei haben erst im Oktober über 68% von 1.000 repräsentativ von einem Marktforschungsinstitut befragten Münchnern erklärt, sie würden beim Fleischkauf auf Herkunft und artgerechte Tierhaltung achten, also kein Fleisch aus Massentierhaltung beziehen. Und gerne etwas mehr für gutes Fleisch ausgeben. Seltsam, dass der Marktanteil z.B. von Biofleisch nur bei 2% liegt. Wo sind denn die anderen 66%? Geht da etwa die Erkenntnis auf dem Weg von Vorsatz, über die Kühltruhe bis zum Kassenband verloren? Die Stiftung Warentest nennt das ein Auseinanderklaffen von Umfrageergebnis und Einkaufsverhalten. Dabei gibt es bei Rind, Lamm, Schwein wahrhaftig genügend gute, saubere & faire Bezugsmöglichkeiten in und um München.
Ach übrigens: Ab 1. April tritt eine neue EU-Kennzeichnungsverordnung in Kraft: Schweinehackfleisch kann in Zukunft so gekennzeichnet werden: „Aufgezogen & geschlachtet in und außerhalb der EU.“ Kein Aprilscherz, Schweinerei global!

Wir sehen uns beim Stammtisch am Mi, 4.2. um 19:00h im Pschorr.

Mit genussvollen Grüßen,

Markus Hahnel & Rupert Ebner

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